Muttersprachlicher Unterricht

Grundsätzlich ist der zentrale Indikator, der zur Feststellung des Grades dient, in der eine Minderheit ihre Identität bewahrt, die Beherrschung der Muttersprache in Wort und Schrift. Leider bieten die sozialen und kulturellen Verhältnisse in der westlichen Diaspora keine begünstigenden Voraussetzungen für den Erhalt der armenischen Sprache. Auch die hohe Zahl der Mischehen spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

 

Besonders die Eltern, die aufgrund einer repressiven Politik der Türkei in ihrer Jugend nicht die Möglichkeit hatten, armenisch zu lernen, legen besonderen Wert darauf, dass ihre Kinder ihre Muttersprache lernen. Daraus leitet sich eine Förderung nach muttersprachlichem Unterricht in Deutschland ab.

 

Da jedoch dieses von offizieller Seite bis heute keine Unterstützung findet, führen die armenischen Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland auf eigene Kosten und Initiative muttersprachlichen Unterricht für ihre Kinder und Jugendlichen durch. Dabei bleiben Probleme wie die Einstellung von fachlich ausgebildeten Lehrkräften und Beschaffung von geeignetem Unterrichtsmaterial oder die Frage der Raumbeschaffung vielmals ungeklärt.

 

Aktuell werden vier Kurse in Ostarmenisch mit der in Armenien gültigen Orthographie angeboten. Am Samstag findet der Unterricht für Erwachsene statt. Das Sonntagsangebot richtet sich an die Kinder der Gemeinde. Periodisch werden Vorträge über armenische Geschichte und Literatur sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene angeboten.